Die Standarte der Freiwilligen Feuerwehr Asbach

Diese Standarte wurde von der Kunststickerei-Anstalt F.P.Werner & Sohn in München gekauft, was deren Rechnung Nr. 153 vom 19. Mai 1909 belegt. Der Kaufpreis dafür betrug den für die damalige Zeit hohen Preis von 200 Goldmark.

Rechnungstext (Auszug)
Eine reich in Gold und Seide gestickte Standarte mit Bild des Hl. Florian, faxamierten

Im Protokollbuch ist über das Jahr 1909 kein Eintrag zu finden, die damaligen Begebenheiten, die dann letztendlich zur Anschaffung der Standarte führten, sind uns nicht bekannt.

Auch in den folgenden Jahren konnte im Protokollbuch keine Stelle gefunden werden, in der die Standarte besonders erwähnt wurde, lediglich in der schriftlichen Aufzeichnung des 25. Gründungsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Asbach im Jahre 1933 ist der Satz <<"Ein azurblauer Himmel leuchtete über unser Dörflein, als sich um ¾ 10 Uhr die Feuerwehren mit wehender Standarte vom Gasthaus Graßl aus unter den schneidigen Klängen der Burschenkapelle Petershausen, zur Kirchenparade in Bewegung setzte" >> aufgeschrieben.
Grundstoff der Vorderseite ist rote Seide, diese Seite der quadratischen Standarte zeigt den heiligen Sankt Florian beim Löschen eines brennenden Hauses mit einem hölzernen Löscheimer. Das Abbild Florians ist fast ausschließlich aus Gold- und Silberfäden hergestellt und auf ein oval zugeschnittenes Stück roten Samt gelegt. Das Oval wiederum ist eingefasst von einer zwei Zentimeter breiten bandähnlichen Stickerei und wird umrahmt von einem Kranz, bestehend aus Blättern und Früchten des Eichbaumes, die beiden Eichenzweige sind an der unteren Seite mit einer aufgestickten silbernen Schleife zusammengebunden.

Bild der Feuerwehr Asbach von 1907 mit der für die Feuerwehren damals üblichen Standarte aus rotem Stoff mit gesticktem Namen.

Die Rückseite zeigt auf blauer Seide das von König Ludwig I im Jahre 1835 eingeführte Wappen - Pfälzischer Löwe, Fränkischer Rechen, Markgrafschaft Burgau, Veldenzer Löwe, sowie als Mittelschild die bayerischen Rauten, es galt bis zum Ende der Monarchie - und die damalig gebräuchlichen Werkzeuge, wie Schlauch und Strahlrohr, Feuerwehraxt und -beile, Einreißhaken, Anlegeleiter mit Haken, Leinen und die damals wohl noch recht bescheidene "Schutzausrüstung" der Feuerwehr, den Helm. Dieses Bildnis ist wie die Vorderseite von einem Eichenkranz umsäumt und mit Eckornamenten verziert.

Die Standarte ist mit vier großen goldenen Stoffschlaufen an der Seite und kleineren Metallschlaufen oben zur Befestigung an Standartenausleger und Tragestange versehen.
Einige Jahre war der Gedanke schon alt, die Standarte zum 100-jährigen Gründungsfest renovieren zu lassen, waren durch äußere Einflüsse und Umstände in den vielen Jahren seit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Asbach die Stoffe beider Seiten vergilbt und teilweise eingerissen. Um die Standarte und den damit verbundenen ideellen Wert für künftige Generationen zu erhalten, wurde beschlossen dafür von mehreren Fahnenstickereien Angebote einzuholen. Im Zuge der Angebotserstellung wurde die alte Standarte untersucht um Möglichkeiten und Umfang der Restaurierung und auch die damit verbundenen Kosten festzustellen. Im Zuge dieser Gespräche wurde uns als Festausschuss erst einmal klar, was für ein einzigartiges und wertvolles Kleinod unsere Standarte ist, die Reichhaltigkeit und Ausführung der Stickereien darauf seien für das Jahr 1909 äußerst ungewöhnlich und selten, was uns mehrfach bestätigt wurde.
Nach Beschlussfassung des gesamten Vorstandes wurde der Auftrag zur Restaurierung der Standarte der Fahnenstickerei Eibl in Olching erteilt.

Im Verlauf der wirklich meisterhaft ausgeführten Arbeiten wurden die Grundstoffe beider Seiten, die gestickten Eichenlaubkränze und die schmalen Verzierungen erneuert. Die Bilder und Wappen sind von den alten Stoffen abgetrennt und auf die neuen Trägerstoffe von Hand mit feinsten Stichen angestickt worden. Der aus Messing gefertigte Standartenausleger wurde ebenfalls komplett gereinigt und eine Lackschicht zum Schutz aufgebracht, die alte Standartenstange wurde erneuert.

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