Protokoll :

Am 6.5.33 beging die Freiwillige Feuerwehr im Rahmen der Feuerschutzwoche ihr 25. Gründungsfest mit folgendem Programm.

7 Uhr Weckruf
½ 10 Uhr Kirchenparade, Festgottesdienst, Totenehrung, anschließend Festzug durch den Ort.

12 Uhr gemeinsames Mittagsmahl
2 Uhr Ansprache des Kommandanten, Verteilung von Ehrenzeichen
für 25 jährige Dienstzeit an verdiente Mitglieder.

Ein azurblauer Himmel leuchtete über unser Dörflein, als sich um ¾ 10 Uhr die Feuerwehren mit wehender Standarte vom Gasthaus Graßl aus unter den schneidigen Klängen der Burschenkapelle Petershausen, zur Kirchenparade in Bewegung setzte.
Herr Pfarrer Seisenberger zelebrierte den Festgottesdienst.

In seiner gediegenen Ansprache schilderte er die Tätigkeit der Feuerwehr vom Standpunkte der christlichen Nächstenliebe aus, nach dem Wahlspruch, Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. In dem anschließenden Fürbittegebet wurde allen verstorbenen Mitgliedern in besonderer Weise gedacht. Nach dem Gottesdienst vereinigte sich die Wehr am Grabe des verstorbenen Gründungsmitglied und langjährigen Vorstandes, Herrn Kreutmeier zur Beehrung.

Nach dem Libera für alle verstorbenen Feuerwehrkameraden und den verklungenen Klängen des Trauermarsches und des Lieds vom guten Kameraden legte der derzeitige Vorstand Josef Lehmair in Namen der Wehr als äußeres Zeichen der Dankbarkeit einen Kranz am Grabe desselben nieder. Hierauf gruppierte sich die Wehr, es hatte sich eine stattliche Anzahl Feuerwehrkameraden der umliegenden Wehren Weichs, Petershausen, Kollbach angeschlossen, zum Festzug durchs beflaggte und festlich geschmückte Dorf. Die Jubilare folgten in festlich geschmücktem Gespann dem Zuge zum Festlokal Graßl. Am Hauseingang brachte der Schulbube Josef Kreutmeier einen sinnreichen Prolog zur Darbietung. Dann vereinigte sich die Wehr zum gemeinsamen Mittagsmahl im Graßl´schem Saale.

Nach Beendigung des Mahles erstattete Herr Kommandant Stichlmeir einen kurzen Rückblick über die Geschichte der Wehr. Es sei in Kürze das Wesentliche wiedergegeben. Er sagte:
Es gereiche einer Gemeinde zur besonderen Ehre, zum Trost und innerer Befriedigung wenn sie weiß, daß sich in den Reihen ihrer Bürger eine stattliche Anzahl geschulter Männer im Dienst der freiwilligen Feuerwehr vorfinden, die bereit sind, im Brandfalle oder sonstigem Unglück ihren bedrängten Mitmenschen jederzeit und uneigennützig zu helfen.
Auch unsere Gemeinde kann in dieser Hinsicht mit Stolz zurückblicken auf die Entstehung und Entwicklung seiner Feuerwehr. Als im Mai 1906 von dem damaligen Bürgermeister auch in hiesiger Gemeinde anstelle der bisherigen Pflichtfeuerwehr die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr angeregt wurde, fanden seine Worte freudigen Widerhall in den Herzen der Gemeindebürger.
Aus ihren Reihen haben sich sofort 36 Mann zusammengefunden um dies edle Werk zustande zu bringen. Aus dieser Zahl wurden die nachfolgenden Herren in die Vorstandschaft gewählt:
Kreutmeier Jakob, Bauer in Asbach als Vorstand,
Stichlmeir Jakob Ebersbach als Kommandant,
Mayer Andreas Asbach als Kassier und Schriftführer.
Als Zugführer wurden Georg und Josef Lehmair und Pfeil Hans bestimmt.
Als Adjudant wurde Johann Sandmeier Ebersbach gewählt.

Diese Vorstandschaft hatte vor allem die Aufgabe die gegründete Wehr weiter auszubauen und zu vollenden.
Dank der Begeisterung und Opferfreudigkeit aller Beteiligten hatte sich die Wehr in kurzer Zeit und in der Hinsicht unter der bewährten Führung ihres Vorstandes zur beachtlichen Höhe emporgerungen.
Da kam kaum ein Jahrzehnt nach erfolgter Gründung der Weltkrieg mit all seinen schlimmen Folgen. 24 Mitglieder unserer Wehr wurden im Laufe der vier Kriegsjahre zum Heeresdienst einberufen. Drei davon haben in treuer Pflichterfüllung ihr Leben dem Vaterland zum Opfer gebracht. Es sind dies Keimel Georg, Stichlmeir und Schweiger Peter. Weitere dreizehn Mitglieder wurden der Wehr im Laufe dieser 25 Jahre durch den Tod entrissen.
Aller dieser gedachte der Redner in besonderer Weise. Zum Zeichen der Trauer forderte er die Anwesenden auf, sich von den Plätzen zu erheben. Wenn unter diesen Umständen die Wehr nicht zerfiel, so ist das in erster Linie der Verdienste der damaligen Vorstandschaft, die es fertigbrachte nimmermüden Optimismus, die durch den Krieg verursachten Lücken einigermaßen zu ergänzen und die Wehr, wenn auch stark gelichtet, über diese Zeit zu bringen.
Als nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges die Revolution über unser Land brauste, waren es wieder die selben, die das Kommando der Feuerwehr straff in Händen hielten und nicht erlahmten immer wieder neues Leben in (die) Wehr zu bringen um sie in ruhigere Zeiten hinüberzuretten. Im Jahre 1922 trat Herr Kommandant Stichlmeir sowie Schriftführer und Kassier Herr Mayer wegen vorgerücktem Alter zurück. In Anerkennung ihrer Verdienste um unsere Wehr wurden beide zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen eine künstlerische Ehrenurkunde unter Glas und Rahmen verliehen.

Aus gleichen Gründen folgte ihnen im Jahre 1926 der Gründer und Vorstand Herr Kreutmeier Jakob, welcher im Jahre 1931 für immer von uns ging.
Allen anderen mitbeteiligen Gründungsmitgliedern, von denen noch eine stattliche Anzahl in unserer Mitte weilen, zollte Herr Kommandant im Namen der Gemeinde Dank und Anerkennung.
Über die Tätigkeit der Wehr ist folgendes erwähnenswert. Im Laufe dieser 25 Jahre hatte unsere Wehr 10 Brände in der eigenen Gemeinde zu bekämpfen.
Es ist ihr gelungen mehrere Brände noch vor Entfaltung des Feuers im Keime zu ersticken, in den übrigen Fällen das Feuer wenigstens auf seinen Herd zu beschränken. Nach Auswärts riefen die Sturmglocken die Wehr wohl ein Dutzendmal in diesem Zeitabschnitt, um auch dort in uneigennütziger Weise im Rahmen des Menschenmöglichen mitzuhelfen, bedrohtes Hab und Gut zu retten.
Als sich in der Nachkriegszeit die wirtschaftliche Bedeutung der Feuerwehren wesentlich änderte, hat sich auch unsere Wehr ohne Zögern auf diese neue Taktik umgestellt und ihr Hauptaugenmerk den Feuerschutzeinrichtunngen und dem vorbeugenden Feuerschutz zugewandt. Als Beweis mag die Beschaffung einer zweiten Saug- und Druckspritze dienen.
In wiederholten Inspekzierungen wurde die Schlagfertigkeit der Wehr geprüft und stets lobend anerkannt, im besonderer Weise aber bei der ersten Inspekzierung seit Bestehen der Wehr im eigenen Ort im Mai 1931. Am Schluß wandte sich der Redner an die Jungkameraden indem er sie aufforderte einzutreten in die Reihen der freiwillige Feuerwehr zum Wohle und zum Nutzen der Gemeinde um so auf ihre Art mitzuhelfen am Wiederaufbau unseres Vaterlandes im Sinne unserer nationalen Regierung und seines Volkskanzlers Adolf Hitlers sowohl des greisen Präsidenten Hindenburg.
Er würdigte auch noch die vortreffliche Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Feuerwehr durch die beiden Bürgermeister Gattinger z. Zt. Polz.
Sein Dank galt auch noch Herrn Pfarrer Seisenberger für sein liebenswürdiges Entgegenkommen für die schöne kirchliche Feier.
Alle anwesenden Kameraden forderte der Herr Kommandant auf auch in Zukunft im pflichtbewußten Eifer der Feuerwehr die Treue zu bewahren.
Als dann überreichte er den Jubilaren die vom Staatsministerium des Inneren verliehenen Ehrenzeichen für 25 jährige Dienstzeit an folgende Mitglieder:

Josef Lehmair, Georg Lehmair, Hans Pfeil, Hans Reichel, Andreas Mayer sen., Jakob Stichlmeir sen., Sandmeier Johann und Schmid Anton sen., mit dem Wunsche, daß es ihnen vergönnt sein möge diese schöne Auszeichnung noch Recht lange zu tragen.
Nach Verlesung eines Glückwunschschreibens vom Bezirksfeuerwehrverbands Dachau veranlasst durch ihren Vertreter Bachinger und dem Deutschlandlied
nahm die Feier einen erhabenen Abschluß.

Asbach, Mai 1933 Mayer Andreas, Schriftführer

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